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Das war die fünfte Innovationswerkstatt

Copyright: Kerstin Musl

Bei der fünften Innovationswerkstatt ging es um die Zusammenarbeit von Verwaltung und Zivilgesellschaft und insbesondere um die Frage, wie man Beratungsangebote besser digitalisieren kann. 

Wie können die öffentliche Verwaltung und die Zivilgesellschaft in Zeiten der Coronakrise bestmöglich zusammenarbeiten? Und was kann die Verwaltung aus der Krise lernen? 

Einen ersten Input gab Adriana Groh vom Prototype Fund und Mitinitiatorin des WirvsVirus Hackathons der Bundesregierung. Zwischen dem Moment, an dem mehrere Menschen zur gleichen Zeit die gleiche Idee hatten, bis zum Wochenende, an dem über 40.000 Menschen 1.500 Lösungen hackten, verging gerade mal eine Woche, berichtet Groh.

Was bleibt nach dem Wochenende voller Euphorie und Innovation? Da sind die 36 Lösungen, die 42 Tage nach dem Hackathon live sind. Da sind die vielen Projekte, von denen 83 % weiterverfolgt werden. Da sind die 77 % der Teilnehmenden, die das Gefühl hatten, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Da ist das Umsetzungsprogramm, das weiterhin hilft, die Projekte auf die Straße zu bringen. Da ist das verstärkte Vertrauen in die Regierung, das bei 56 % der Teilnehmer*innen eintrat. „Wir müssen radikale Kooperationen zwischen der Zivilgesellschaft, Unternehmen und der Verwaltung vorantreiben“, so Groh abschließend.

Im zweiten Teil berichteten mehrere Referate des Bundesfamilienministeriums, vor welche Herausforderungen die Coronakrise sie gestellt hat und wie die Zivilgesellschaft hier helfen konnte. 

Im Anschluss erörterten die 30 bunt gemischten Teilnehmer*innen Herausforderungen in Gruppenarbeiten. Wie kann eine wirklich anonyme und doch auch persönliche Beratung gelingen? Wie erfahren die Menschen überhaupt von den neuen Online Beratungsangeboten und wie können die Mitarbeiter*innen bestmöglich Kompetenzen im Bereich Online Beratung aufbauen?

Die Learnings aus der Veranstaltung:

Learning1: Es braucht Strukturen, die schon angelegt sind, damit man in der Krise reagieren kann, etwa eine Infrastruktur, die aufgebaut und gepflegt wird, über die man dann im Krisenfall loslegen kann – leichtgewichtige Förderprogramme etwa, die es ermöglichen, aus dem Nichts etwas zu stemmen. 

Learning 2: Man kann den Digitalisierungsrückstau nicht von einen Tag auf den anderen aufholen, aber: vor der nächsten Krise kann man sich besser aufstellen. Offene Datengrundlagen, Schnittstellen, Integration. 

Learning 3: Eine aktive, digitale Zivilgesellschaft ist sehr viel wert! Diese muss man pflegen, denn mit ihnen kann man Co-Creation-Prozesse anstoßen, die hohes Innovationspotential haben. 

Learning 4: Man muss radikale Kooperationen zwischen der Zivilgesellschaft, Unternehmen und der Verwaltung vorantreiben. Dabei geht es nicht um die Profilierung Einzelner, sondern um das Zusammenbringen von Expertise, Erfahrung und Support.