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Das war die Innovationswerkstatt zum Thema „Was können wir Hass im Netz und Digitaler Gewalt innovativ entgegenstellen?“

Derzeit erleben wir immer mehr Hass und Gewalt im Internet. Menschen werden immer öfter online bedroht. Doch wo liegen die Ursachen dafür? Und was kann man konkret gegen den Hass tun? Diesen Fragen ging die zweite Innovationswerkstatt des Innovationsbüros am 20. November nach.

Kübra Gümüşay, Autorin und Bloggerin betonte in ihrem Vortrag, dass Hass beim Thema Feminismus, Islam oder Klima auch konstruktiv im Internet diskutiert werden kann. Der Hass komme meist aus einschlägigen und gut organisierten Foren und Gruppen. Diese so, Gümüşay hätten oftmals viel Zeit und würden sehr zielgerichtet eine große Menge an Kommentaren hinterlassen. „Gerade einmal fünf Prozent aller Accounts sind für 50 Prozent aller Hasskommentare zuständig.“, so Kübra Gümüşay. Die Autorin kritisierte Facebook und andere soziale Netzwerke für das fehlende Offenlegen ihrer Algorithmen. „Warum, müsste man fragen, machen wir eigentlich freiwillig mit bei einem Spiel, dessen Regeln wir nicht kennen?“, fragte die Autorin abschließend.

Im zweiten Vortrag ging Dr. Aljoscha Burchardt vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz der Frage nach, welche technischen Möglichkeiten es gibt, um Hate Speech zu verhindern. Er erläuterte, wie komplex Sprache ist und wie viele unterschiedliche Ebenen diese besitzt. Daher sei es schwierig, Hass automatisch herauszufiltern. Außerdem gäbe es immer die Möglichkeit den Hass zu codieren was nicht nur für technische Systeme, sondern zum Teil auch für Menschen schwierig sei.

Anschließend teilten sich die Teilnehmer*innen in vier Arbeitsgruppen auf. Zwei Gruppen diskutierten analoge Ideen gegen Hate Speech und zwei Gruppen arbeiteten an digitalen Lösungen. Die erste Gruppe entwickelte die Idee von Anfangsanonymität von Tweets. Diese sollen anschließend von Nutzer*innen bewertet werden. Außerdem wünschte sich die Gruppe eine Stiftung die offene soziale Netzwerke wie beispielsweise Diaspora fördert. Für die zweite Gruppe war es wichtig, dass die Zugänge zu Beratung sehr niederschwellig sind. Dafür sei eine Online Karte aller Beratungsstellen zentrale Voraussetzung. Die dritte Gruppe setzte grundsätzlich bei der Weiterentwicklung unserer Demokratie an. Diese wünschte sich Bürger*innenräte auf kommunaler Ebene, die per Losverfahren zusammengesetzt werden. Die vierte Gruppe entwickelte ein verbessertes Meldesystem für Kommentare.