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Das war die siebte Innovationswerkstatt

Copyright Kerstin Musl

Mit der Digitalisierung stellen sich viele ethische Fragen neu. Doch was heißt Ethik eigentlich und wie setzt man sich mit der Digitalisierung „ethisch“ auseinander? Und wie kann eine ethische Diskussion über digitale Innovationen gelingen? Diesen Fragen sind wir bei der siebten Innovationswerkstatt nachgegangen. 

Nach der Begrüßung erläuterte Nicola Sommer aus dem Referat „Digitale Ethik, digitalpolitische Zusammenarbeit, Familienportal“ des BMFSFJ welche Ideen das Ministerium bislang für das Thema erarbeitet hat. Sie stellte dar, was digitale Ethik für das Ministerium bedeutet und wie der weitere Prozess aussieht. Wichtig beim Prozess sei, dass ein digitalethisches Denken nicht nur auf dem Papier, sondern auch in den Köpfen ankommt. Man wolle ethische Überlegungen trainieren und verankern.

Anschließend stellte das Innovationsbüro die „Reflexionsanleitung zu guten Projekten im digitalen Zeitalter“ vor, die in den letzten Monaten entwickelt wurde. Mit der Anleitung sollen Akteure und Stakeholder aus dem öffentlichen Sektor, also der Verwaltung und Zivilgesellschaft zum Umgang mit ethischen Herausforderungen digitaler Technologien unterstützt werden. Sie sollen befähigt werden, eigenständig ethische Leitfragen zu entwickeln. Daher besteht das Kernstück des Prozesses in der Beleuchtung unterschiedlicher Standpunkte und Perspektiven sowie einer Entwicklung und Adressierung von ethischen Fragestellungen. Dadurch wird nicht nur digitale Souveränität ausgebaut, sondern auch eine respektvolle Diskurskultur gestärkt und eine Grundlage für stakeholderübergreifende digitalethische Dialoge geschaffen.

In der anschließenden Gruppenphase konnten die Teilnehmer*innen einen Schritt der Reflexionsanleitung testen und ihn bewerten.

Dies sind die Learnings aus der Innovationswerkstatt:

1. Digitalethische Diskussionen müssen bei Digitalisierungsprojekten immer stattfinden. Das hilft, wichtige Chancen und Herausforderungen zu identifizieren und kann etwa dabei helfen, technische Anforderungen zu formulieren.

2. Bei ethischen Fragen gibt es keine einfachen Antworten – aber die digitalethische Reflexion ist erforderlich, damit die Digitalisierung im Sinne der Gesellschaft gestaltet werden kann.

3. Es kann hilfreich sein, bei der digitalethischen Reflexion auch die Betroffenen direkt einzubeziehen. Bei Assistenzsystemen in der Pflege würde das etwa bedeuten, auch mit Pfleger*innen, zu Pflegenden und Angehörigen zu sprechen und ihre Erwartungen und Wertvorstellungen einzubeziehen.