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Das war die zehnte Innovationswerkstatt

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Weihnachten gilt seit jeher als das Fest der Familie und Freund*innen, für viele ist die Vorweihnachtszeit jedoch auch mit dem Gefühl der Einsamkeit verbunden.

Obwohl wir heute durch Soziale Netzwerke, Messenger-Dienste und Smartphones vernetzter sind als jemals zuvor, hat sich die Einsamkeit während der Corona-Pandemie in allen gesellschaftlichen Gruppen ausgebreitet, nicht nur unter Senior*innen, sondern auch unter den Jüngeren.

Machen uns Soziale Netzwerke einsamer? Oder führen sie umgekehrt zu einer stärkeren Vernetzung und damit einem größeren Zusammenhalt? Wie kann eine Anti-Einsamkeitspolitik für den digitalen Raum in Zukunft aussehen?

Über diese Fragen haben die Teilnehmer*innen bei der „Jubiläumsausgabe“, der zehnten Innovationswerkstatt, zum Jahresabschluss diskutiert.

Diana Kinnert, Politikerin und Publizistin, hat sich in ihrem Buch „Die neue Einsamkeit. Und wie wir sie als Gesellschaft überwinden können.“ ausführlich mit Einsamkeit als politischem und gesellschaftlichem Thema beschäftigt. In ihrem Impuls forderte sie politisches Verständnis und Zuständigkeit für das außerhalb der Wissenschaft bislang wenig beachtete Thema, das sowohl die psychische als auch die physische Gesundheit angreife. Das digitale Zeitalter habe zur Folge, dass wir auch mit vermeintlichen Schutzmechanismen, wie dem Flugmodus bei mobilen Endgeräten, dennoch erreichbar und damit einem permanenten Übergriff ausgeliefert seien.

Darüber hinaus plädierte Kinnert für eine kulturelle Debatte über unsere Wirtschaftsweise, die auch die digitale Welt durchdringe. Der Zuwachs an individueller Freiheit müsse sich mit gesellschaftlichem Miteinander, Partizipation und Teilhabe vereinbaren lassen.

Während der anschließenden Arbeit in Kleingruppen entwickelten die Teilnehmer*innen Ideen und mögliche Maßnahmen für ein neues Miteinander in unserer digitalen Gesellschaft. Die erste der drei Gruppen sprach sich für eine gezielte Adressierung verschiedener Angebote (etwa Telefonhotlines, Apps etc.), eine verbesserte Ansprache von Einsamkeit Betroffener und eine Unterstützung zivilgesellschaftlicher Organisationen aus. Die zweite Gruppe betonte die Relevanz der Einbindung der Menschen in den Diskurs sowie der Zusammenführung analoger und digitaler Angebote, um Begegnungen und das gemeinsame Erleben von bestimmten Situationen oder Ereignissen zu ermöglichen. Die dritte Arbeitsgruppe stellte sich ebenfalls die Frage nach dem Zugang zu Hilfsangeboten. Das Thema Einsamkeit müsse eine Entstigmatisierung erfahren und omnipräsent thematisiert werden. Es gehe unter anderem darum, dass Menschen die Scham überwinden können, sich als einsam zu bezeichnen und Hilfsangebote wahrzunehmen.